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Was bist
Du Dir wert?
– wie das Projekt „Zukunft“
gestartet werden kann
Ein freier Text von Mentor-Botschafter Oliver Wnuk
Neulich stolperte ich über ein Zitat von Margaret Atwood: „Wenn man die Zukunft nicht im
Auge hat, glaube ich auch nicht, dass man sie
gestalten kann.“ Ziele zu formulieren und sich
nach ihnen auszurichten, ist für einen Erwachsenen schon ein schwieriges Unterfangen.
Aber wenn die Zielfindung aus den Kinderschuhen der Naivität herausgewachsen ist – wie anspruchsvoll muss diese Aufgabe erst für einen
Jugendlichen in heutigen Zeiten sein?
Um zu wissen, wo ich hinwill, muss ich erst mal
wissen, wo ich stehe. Und allein sich zu positionieren, wirkt in den Post-Pandemie-Zeiten
der Digitalisierung und der Medienflut wie ein
unübersichtliches Unterfangen. Wie hoch muss
man steigen – welche Anstrengungen mittlerweile auf sich nehmen, um endlich wieder zur
freien Sicht zu gelangen? Wie viel zur Seite räumen, um sich einen Überblick zu verschaffen?
© Boris Breuer
Nie schien es verlockender, nie unaufwendiger, ein reaktives Leben zu führen: Die Zeit verstreicht im Reel-Hagel wie von selbst. Der Algorithmus sorgt kontinuierlich für Ablenkung.
Sitzt man da nicht felsenfest im Sattel der
Selbstsicherheit und hat keinen roten Faden zur
Verfügung, an dem sich entlanghangeln ließe,
könnte einem spielend leicht die Motivation genommen werden, der eigenen Kreativität noch
irgendeinen Deut Bedeutung beizumessen.
Also sucht man weiter und läuft dabei Gefahr,
sich auf der Suche nach seiner Identifikation zu
verlaufen, gefrustet und orientierungslos am
Wegesrand stehenzubleiben.
Jeder Weg scheint schon gegangen und niemand scheint Wert darauf zu legen, uns einen
Platz zur Selbstverwirklichung freizuhalten. Beginnt man mit etwas, wird einem binnen Sekunden jemand gezeigt, der es besser und schneller kann. Und wenn es kein Mensch ist, ist es die
künstliche Intelligenz. Auch dieser Text wäre
KI-generiert bestimmt eingänglicher, glatter
und bekömmlicher konsumierbar – warum sich
dann noch selbst die Mühe machen?
Laut Bundes-Psychotherapeuten-Kammer zeigt
etwa jedes fünfte Kind bzw. jeder fünfte Jugendliche (ca. 18–20 %) in Deutschland psychische Auffälligkeiten. Seit der Pandemie fühlen
sich laut Studien bis zu 25 % der Schüler psychisch belastet. Häufige Diagnosen umfassen
Angststörungen, ADHS, Depressionen, ...
Fortsetzung auf S. 42