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Susanne Hübs
c
hle
Warum ist es so wichtig, Familien gezielt in die
Arbeit der Stiftung einzubeziehen?
„Wir sehen Jugendliche nie losgelöst von ihrem
Umfeld. Sie wachsen in ihrem Familiensystem
auf, und gerade die Eltern prägen stark mit, wie
ein junger Mensch mit Herausforderungen und
Krisen umgeht. Ich erlebe immer wieder, dass
Eltern ihre Kinder eigentlich gut begleiten möchten, aber in der Pubertät an ihre Grenzen kommen. Vieles verändert sich, manches Verhalten
ist plötzlich schwer zu verstehen, Konflikte
nehmen zu. Wenn wir Eltern in dieser Zeit stärken
und ihnen helfen, ihr Kind besser zu verstehen,
dann helfen wir damit auch den Jugendlichen.“
Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für Eltern in der Pubertät ihrer Kinder –
und wo entsteht dabei die meiste Unsicherheit?
„In der Pubertät brauchen Eltern vor allem Orientierung. Und oft auch die Bestätigung, dass
es vollkommen okay ist, wenn gewohnte Erzie-
Susanne Hübschle-Spaett lebt in
Konstanz und ist Mutter von zwei
erwachsenen Söhnen. Als systemische Familienaufstellerin und
NLP-Coachin begleitet sie Eltern
seit über 15 Jahren. Nach Jahren in
Kindertageseinrichtungen hat sie
sich 2016 auf Familien mit Teenagern spezialisiert. Seit 2017 leitet
sie den Bereich Eltern-Coaching
bei der Mentor Stiftung Deutschland und unterstützt Familien bei
den emotionalen Herausforderungen von Pubertät, Ablösung und
Zusammenleben.
hungsmethoden plötzlich nicht mehr funktionieren. Es geht auch darum, die Verhaltensweisen
der eigenen Kinder richtig einzuordnen: Ist das
noch normal oder muss ich jetzt handeln? Wie
viel Freiheit gebe ich, wie viele Grenzen ziehe
ich? Genau deshalb ist der Austausch so wichtig.
Eltern müssen die Möglichkeit haben, auch über
ihr eigenes Verhalten und ihre Erwartungen offen
zu sprechen und das mal zu hinterfragen.“
Fortsetzung auf S. 31