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„Der Charme der Improvisation
ist der Professionalität gewichen.“
Wenn Josef Widmann, seit 2018 für die Stiftung
aktiv, auf die letzten Jahre blickt, fällt ihm auf,
wie viel sich bei Mentor getan hat. Aus ersten
Begegnungen wurde ein Netzwerk, aus engagierten Einzelnen eine immer größer werdende
Gruppe von Menschen, die offen ihre Lebensund Berufserfahrungen teilen. Heute umfasst
dieser Pool 220 Mentor*innen. 103 von ihnen
waren im vergangenen Schuljahr aktiv, 39 kamen
in den vergangenen acht Monaten neu dazu. Gemeinsam leisteten sie allein im letzten Jahr 2.322
ehrenamtliche Stunden.
Doch gewachsen ist nicht nur die Zahl. Gewachsen ist auch das Verständnis davon, was gute
Begleitung ausmacht. Mentor*innen kommen
nicht, um Vorträge zu halten oder fertige Antworten mitzubringen. Sie kommen, um zuzuhören – offen, zugewandt. Ohne zu werten. So formulierte man damals schon die Idee, inzwischen
eine zentrale Haltung der Ehrenamtlichen. „Der
Umgang mit Jugendlichen“, betont die ehrenamtliche Mentorin Heidrun Müller, „hat sich spürbar verändert. Nach der Pandemie gibt es viele
sensible Themen. Ein achtsamer Umgang ist
stärker gefragt.“
Auch die Stiftungsformate sind heute klarer definiert, die Vorbereitung besser. Seit 2022 findet
die Online-Schulung für neue Mentor*innen monatlich statt. Hinzu kommen Begleitung und Vernetzung durch das Mentor-Team sowie Weiterbildungsangebote über die Mentor-Akademie.
Das stärkt nicht nur die einzelnen Mentor*innen,
Lust, Mentor*in zu werden?
Schon ein oder zwei Einsätze im Jahr können bei Jugendlichen
viel anstoßen. Der Einstieg beginnt mit einem telefonischen
Kennenlernen und einer einstündigen Online-Schulung. Danach
ist die Teilnahme als Mentor*in bei Inspirationstagen an unseren
Kooperationsschulen möglich.
Für mehr Infos hier scannen: mentorstiftung.de/mentorwerden
sondern auch die Qualität des gesamten Programms. Viele erleben, dass die Begegnungen
auch ihren eigenen Blick verändern. „Ich habe
jetzt mehr Verständnis für das, was Jugendliche
heute eigentlich leisten müssen“, lautet etwa
eine Antwort aus dem Wirkungsbericht. Eine
andere: „Ich bin selbst offener geworden – der
Austausch inspiriert mich.“
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung
dort, wo Mentor heute tiefer in die Schulen
hineinwirkt. Mit den Inspirationsjahren begleiten
fest zugeordnete Schul-Mentor*innen Jugendliche über mehrere Schuljahre hinweg. 17 Ehrenamtliche haben in diesem Format bereits Verantwortung übernommen. Einer von ihnen ist auch
Josef Widmann. Bei der ersten Mentor-Insel in
Altshausen, erzählt er, hätten Jugendliche den
Mentor*innen „einen extremen Vertrauensvorschuss“ gegeben und Dinge angesprochen,
die er selbst in diesem Alter keinem fremden
Erwachsenen erzählt hätte.
Diese Eindrücke prägen auch den Blick auf die
Zukunft. Für das kommende Jahrzehnt wünscht
sich Josef Widmann vor allem eins: „Dass die
Jugendlichen im Mittelpunkt unseres Denkens
stehen und wir sie annehmen, wie sie sind.“
Heidrun Müller ergänzt: dass bei aller Sichtbarkeit und weiterem Wachstum das erhalten bleibe,
was Mentor stark gemacht hat – persönlicher
Austausch, Empathie und weiterhin „Begeisterung für die Sache“. Unser Dank gilt allen Mentor*innen, die diesen Weg mitgestalten – für ihr
Engagement, ihre Zeit und ihren unschätzbaren
Beitrag.