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2 0 | ENT WICKLUNG JUGEND -MENTORING
Jugend-Mentoring –
von Pilotprojekten zu starken
Schulpartnerschaften
Was bleibt jungen Menschen von einem Vormittag mit fremden
Erwachsenen? Oft mehr, als man denkt. Ein Satz. Ein neuer Gedanke.
Ein bisschen Mut. Was mit einzelnen Gesprächsrunden begann, ist
heute ein umfassendes Schulprogramm, das weit über die ersten
Ansätze hinausgeht.
Die Arbeit von Mentor an Schulen lief 2016 und
2017 mit Pilotprojekten in Frankfurt, Ingolstadt
und Konstanz an. In Frankfurt am Main entstand
gemeinsam mit der Zurich Gruppe das mehrtägige Projekt „my values“, in Ingolstadt folgte dann
das weiterentwickelte „Zukunftsmentoring“ in
Kooperation mit Audi, in Konstanz ein Mentoring-Pilot für geflüchtete Jugendliche an der Geschwister-Scholl-Schule. Schon damals zeigte
sich, worum es im Kern geht: Jugendliche brauchen Orientierung und Erwachsene, die zuhören,
stärken und nicht urteilen. Wie Mentor daraus
ein tragfähiges Schulmodell machen würde, war
zu diesem Zeitpunkt jedoch noch offen.
Gerade in den ersten Jahren hieß es also: ausprobieren, lernen, anpassen. Nicht jedes frühe
Projekt mündete in eine dauerhafte Partnerschaft – doch gerade die Erfahrungen aus Frankfurt und Ingolstadt halfen dabei, die schulischen
Formate weiterzuentwickeln. Die bis heute
sichtbare Linie der Kooperationsschulen beginnt
2018 mit der Geschwister-Scholl-Schule in Konstanz. Es folgten Friedrichshafen, Altshausen,
Meersburg, Lindau, Ulm und weitere Standorte.
2024 kamen Pfullendorf, Konstanz-Gebhard
und Ravensburg hinzu. Der Aufbau verlief nicht
sprunghaft, sondern Schritt für Schritt – und mit
jeder neuen Schule vertiefte sich das Verständnis, wie Mentor Jugendliche sinnvoll erreichen
und Schulen wirksam unterstützen kann.
Wie sich das Programm über die Jahre veränderte, schildert die Rektorin der Mittelschule
Lindau, Marion Zobel. Zu Beginn sei Mentor
„eher klein aufgestellt“ gewesen. In den letzten
Jahren habe sich das Angebot „deutlich
weiterentwickelt“, vor allem durch die stärkere
Ausrichtung auf Berufsorientierung in den 8.
Klassen. Ein Höhepunkt seien dabei die Inspirationstage geworden. Mehrmals im Jahr nehmen
sich die Mentor*innen Zeit und erzählen offen
von ihren Lebens- und Berufswegen und auch
von den Umwegen, die es dabei gab. Heute, sagt
Zobel, sei die Zusammenarbeit „strukturierter
und inhaltlich breiter aufgestellt“; Mentor werde
als „sehr engagierter und verlässlicher Partner“
wahrgenommen.
In diesen Sätzen steckt viel von dem, was das
vergangene Jahrzehnt ausmacht. Aus punktuellen Projekten wurde ein festes ...
Fortsetzung auf S. 23